Der Romantik geht der Ofen aus

Autorin: Ronja Vattes - rovline

img_0083Mein Gott, wie spießig! So dachte ich damals, Ende der 1990er Jahre, beim Anblick der Pseudo-Kaminfeuer bei einer Studienreise durch England. Nie, absolut überhaupt nie, niemals würde mir so was Hässliches je in die Hütte kommen. Wenn Feuer, dann richtiges. Jahrzehnte später haben sich im Freundeskreis längst die meisten einen Schwedenofen (wie im Urlaub!), einen Kachelofen (voll retro!) oder gar einen Pizza-Flammkuchen-Brotback-kompatiblen-Indoor-Steinofen (so praktisch!) angeschafft. Verdammt gemütlich das Ganze. Die andere Hälfte des Freundeskreises hat flackernde LED-Kunstkerzen auf dem Adventskranz, die bei Bedarf ferngesteuert, dimmbar oder sogar ausblasbar sind. Romantik geht irgendwie anders, denken wir so im Stillen und zünden daheim wieder unsere echten Kerzen an. Doch seit dem Lesen eines Artikels sind wir uns nicht mehr so sicher: Sollen wir weiter neidisch sein auf die Ofen-Besitzer und die Stirn runzeln über die LED-Kunstkerzen – oder eher anders herum? Denn fast 30 Prozent des alarmierend hohen Feinstaubgehalts werden in Stuttgart angeblich von privaten Kaminfeuern in die Luft gepustet. Ein weiterer Artikel meldet, dass die CO2-Emissionen sowohl beim Verbrennen als auch bei der Produktion von Kerzen beträchtlich sind. Besser kein Feuer, keine Kerzen mehr am Baum? Irgendwie ist selbst Weihnachten verdammt kompliziert geworden.

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