Ächzend durch den Juli

Keine Zeit zum Genießen: Im Familienkalender ist kaum noch freie Zeit in Sicht. - Foto: Anselm Bußhoff

Ein Sonnenuntergang zum Genießen? Keine Zeit – übern Familienkalender braust grad ein Terminsturm hinweg. Bild: Anselm Bußhoff

Autorin: Ronja Vattes - rovline

Mitten im Juli fühlt es sich an, als ob es Dezember und in wenigen Tagen schon Weihnachten wär’. Nein, nicht des Wetters wegen, sondern aufgrund eines ausgedehnten Tiefdruckgebiets im Familienkalender, das alljährlich für Verdruss sorgt. Statt den Sommer zu genießen, uns genussvoll am Baggersee zu räkeln, frühmorgens beschwingt in den Sonnenaufgang zu joggen oder die lauen Sommernächte mit Sternschnuppenzählen zu verbringen – hagelt es aus heiterem Himmel einen Termin nach dem anderen. Die Kinder ächzen unter Vokabeltests, Buchpräsentationen, Referaten und schnell noch dazwischen gequetschten Reli-Arbeiten – Achtung, Zeugnisse! Wir Eltern stöhnen über den geballten Geselligkeitswahnsinn in Schulen und Vereinen: Grillfeste, Backen für den Kuchenstand, Rennen für den guten Zweck, Bandauftritte, Grundschulende-Abschlusstheater-im-Anschluss-noch-gemütlich-Beisammensein-Ekstasen. Jedes Fest für sich: Wundervoll. Eine schöne Idee. Aber müssen es gefühlte zweihundertdrölfzigtausend Termine in vier Juliwochen sein? Längst raunt die eine Mutter der anderen hinter vorgehaltener Hand zu: „Boah, der Juli hat echt den Vorweihnachtsstress überholt!“ „Ja“, schnauft diese, „eine Pause wär’ nötig. Runterschalten. Hey, sollen wir uns nicht einfach auf einen gemütlichen Kaffee treffen?“ Tolle Idee. Ende September wär noch ein Plätzchen frei …

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