Den Schnee von der Seele schippen

Autorin: Ronja Vattes - rovline
Frühlingssonne über dem Haselschacher Buck im Kaiserstuhl - Bild: Ronja Vattes

Frühlingssonne über dem Haselschacher Buck im Kaiserstuhl – Bild: Ronja Vattes

Kaum taucht die Sonne aus ihrem Winterschlaf auf und schickt die ersten warmen Strahlen zur Erde, da sticht den Nachwuchs auch schon der Hafer. Wie aufgedrehte Duracell-Hasen hüpfen sie durchs Haus, turnen, toben, foppen einander und nerven schon bald die noch wintermüden Eltern. Und weil das nicht nur uns so geht, stehen wir tags darauf zusammen mit Freunden im Wald. Genauer: Im Buchenwald auf der Passhöhe zwischen Bahlingen und Schelingen. Wobei „stehen“ der falsche Ausdruck wäre. Zügig geht es an diesem Sonntagnachmittag bergan, plaudernd und ein wenig langsamer die Alten, munter hüpfend, lachend und einander foppend die Jungen voran. Doch hier nehmen’s die Eltern gelassen. Die Sonne lugt durch die Bäume, lockt uns weiter hinauf, raus aus dem Wald – zum schönsten Platz des Kaiserstuhls, von der Schelinger Höhe zum Haselschacher Buck. Vor uns liegen die sanft geschwungenen Trockenwiesen in ihrer nackten Schönheit, die Grashübbelchen wie zarte Gänsehaut im noch kalten Wind. Das Frühlingslicht schippt langsam den Schnee von unseren Seelen. Der Blick schweift in die Ferne, über Weinberge und Reben. Die Erwachsenen beginnen einander liebevoll zu necken, auch sie genießen die Sonne, den Moment – und das Leben.

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