Laufen wie auf Wolken

Autorin: Ronja Vattes - rovline
Ein Wintermärchen: Urlaub im Schnee - Bild: Anselm Bußhoff

Ein Wintermärchen: Urlaub im Schnee – Bild: Anselm Bußhoff

So muss sich der erste Mann auf dem Mond gefühlt haben! Okay, zugegeben, meine Schritte sind sehr klein und werden die Menschheit nicht groß voranbringen. Mich leider auch nicht. Denn Joggen am Berg bei Neuschnee ist eine verdammt rutschige Angelegenheit. Und die Erde übt dabei eine ziemlich starke Anziehungskraft aus. Aber ein bisschen wie auf dem Mond sieht es an diesem Morgen auch auf der Laufstrecke rund um Bergün in Graubünden aus. Der Zauber einer Winternacht hat die vertrauten Wege in unbekanntes Terrain verwandelt. Mein Blick gleitet über die fast monoton weiße Landschaft, macht angestrengt Felsen und Krater aus. Stück für Stück kämpfe ich mich schnaufend weiter empor. Die kalte Luft sticht in der Lunge, die Ohren beginnen vor Anstrengung zu glühen. Endlich wird der Weg flacher. Dick bepuderte Bäume zeichnen sich ab. Bei jedem Schritt wirbelt es kleine weiße Wölkchen wie Mondstaub auf. Das Joggen wird müheloser, der Neuschnee federt nun unter meinen Füßen. Mission geglückt: Ich fühle mich ähnlich berauscht wie einst wohl Neil Armstrong. Die Sonne blendet. Ein Glitzern im Schnee – und in den Augen.

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