Flitzen statt schwitzen

Autorin: Ronja Vattes - rovline
Emmendingen: 11 Grad, sonnig, der Helm sitzt - auf vgeht's zur Arbeit! Bild: Anselm Bußhoff

Emmendingen: 11 Grad, sonnig, der Helm sitzt – auf vgeht’s zur Arbeit! Bild: Anselm Bußhoff

Es ist der Moment, in dem der Schweinehund normalerweise siegen würde. Der Morgen mit den Kindern lief nicht so rund, der Zug ist schon weg, also doch mit dem Auto zur Arbeit. Nein! Heute nicht. Heute steht ein Elektrorad zur Testfahrt bereit. Der Akku: volle Power. Mein Rucksack: voller Duschzeug und Wechselklamotten. Die Fahrerin: schwankend zwischen Skepsis und Elan. Schließlich gilt es rund 22 Kilometer zwischen Emmendingen und Freiburg strampelnd zu bewältigen – und nicht ewig zu spät zu kommen.

8.45 Uhr. Emmendingen: 11 Grad, sonnig, der Helm sitzt. Die Morgensonne taucht die Häuserfassaden in goldenes Spätsommerlicht, das Blau des Himmels hängt wie frischgewaschene Wäsche am Firmament. Am Display des Radcomputers habe ich die Einstellung „Tour“ gewählt – und bin erstaunt wie viel Schub der Elektroantrieb selbst in dieser niedrigen Stufe auf die Reifen bringt. Schwungvoll geht es an der Elz entlang Richtung Wasser, dann weiter auf dem Radweg parallel zur B3. Die Bäume werfen noch immer lange Schatten. Ein Frösteln macht sich auf den Armen breit – vielleicht war das winddichte Kurzarmtrikot doch nicht die beste Wahl. Normalerweise wäre ich auf dem Rad jetzt schon am Schwitzen.

9.12 Uhr: Die Fahrt verläuft ziemlich entspannt. Kleinere Steigungen lassen sich problemlos bewältigen, meist zeigt der Radcomputer eine Geschwindigkeit von 23 Kilometer pro Stunde an. Fahre ich mit meinem normalen Trekkingrad sonst wirklich langsamer? Keine Ahnung. Denn üblicherweise bin ich ohne technischen Schnickschnack unterwegs. Auf der B3 staut sich der Verkehr – ich lächle und genieße den Fahrtwind. Irgendwo in den Feldern zwischen Denzlingen und Gundelfingen teste ich die unterschiedlichen Stufen des E-Antriebs am leicht zu bedienenden Radcomputer, Eco, Turbo, Sport, Tour – und schalte die Power irgendwann ganz ab. Das Ergebnis: ernüchternd. Nein, so schnell war ich sonst wohl doch eher nicht unterwegs.

9.26 Uhr: Freiburg-Zähringen ist erreicht – jetzt beginnt der eigentliche Spaß. Denn immer wieder muss ich mit anderen Radfahrern an der Ampel warten – und fliege bei Grün mühelos allen davon. Am Ende werde ich nach einer knappen Stunde Fahrtzeit und einer ordentlichen Portion Frühsport das Pressehaus in der Basler Straße erreicht haben. Das E-Bike als Alternative zum täglichen Autofahren? Durchaus. Ein Ersatz aber nicht, denn Oma oder die Kinder finden darauf leider noch keinen Platz.

Statt rumzustehen im Stau, frische Luft und Bewegung: mit dem E-Rad zur Arbeit - Bild: Ronja Vattes

Statt rumzustehen im Stau, frische Luft und Bewegung: mit dem E-Rad zur Arbeit – Bild: Ronja Vattes

– Erschienen am 28. September 2015 in der Freizeit-Beilage der „Badischen Zeitung“ http://bit.ly/fb280915rovebike

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