Kleine Maus brachiosaurusgroß

Autorin: Ronja Vattes - @rovline
Fliegender Teppich: Draufsetzen und runterrutschen. Bild: Anselm Bußhoff

Fliegender Teppich: Draufsetzen und runterrutschen. Bild: Anselm Bußhoff

Was passiert, wenn man 6000 Ameisen übereinander stapelt? – „Hä, wie? 6000 – das geht doch gar nicht! Der Turm fällt ja um.“ „Die halten doch gar nicht still!“ „Iiiiihhh, 6000 Ameisen“ Die Antworten von Kindern sind vielfältig, wenn ihnen so ulkige Fragen gestellt werden. Aber immerhin ist in Sekundenschnelle ihre Neugier geweckt. Und bei dem Gegrübel über solch’ seltsamen Unsinn vergessen sie glatt, dass Anstehen und Warten eigentlich eine ziemlich langweilige Sache ist.

Doch der Reihe nach. 6000 Ameisen aufeinander gestapelt – das hat in Wirklichkeit natürlich noch niemand. Aber wie lässt sich Kindern am besten erklären, wie hoch zwölf Meter sind? Die Sendung mit der Maus hat im Fernsehen stets kreative Wege gefunden, um komplizierte Sachen möglichst einfach, einleuchtend und humorvoll ans Kind zu bringen. Diese Tradition wird auch im Ravensburger Spieleland fortgesetzt, in dem dieses Jahr ein neuer Themenbereich zur Sendung mit der Maus eröffnet wurde.

Hier kommt die Maus - Kribbeln im Bauch: Freifallturm - Bild: Ronja Vattes

Hier kommt die Maus – Kribbeln im Bauch: Freifallturm – Bild: Ronja Vattes

Und dort stehen wir an einem überraschend heißen Frühlingstag, drei Kinder und ihre Eltern, und wollen den neuen Freifallturm „Hier kommt die Maus!“ ausprobieren. Der ist zwölf Meter hoch. So hoch wie ein ausgewachsener Brachiosaurus. Oder eben wie 6000 Ameisen, die aufeinandergestapelt wurden. Das und vieles mehr erklären Maus und Elefant auf Schildern im Wartebereich.

Bei den Kindern sind die 6000 Ameisen wohl soeben im Bauch angekommen. Ein wenig hibbelig beobachten sie die Leute, die vor uns auf der Sitzbank des Freifallturms Platz nehmen, die Sicherheitsbügel auf den Bauch gedrückt bekommen und dann nach oben gefahren werden, bevor sie mit Schwung im freien Fall nach unten sausen.

Das Spieleland am Bodensee greift viele Themen aus dem Ravensburger Spieleverlag auf: Wer will, spielt in kleinen Hubschraubern sitzend ein Riesenmemory gegen andere, durchquert den Puzzle-Dschungel, macht mit beim Melkspiel oder versucht beim Feuerwehrspiel mit seinem Team als erstes das Ziel zu erreichen und den Brand zu löschen.

Anders als in anderen Freizeitparks steht nicht das Bespaßt-werden im Vordergrund, sondern dass Kinder wie Erwachsene ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen entdecken. Wer traut sich, den Kletterparcours zu meistern, die steilste Rutsche auf einem Teppich runterzusausen oder auf einer langen Wackelbrücke eine kleine Schlucht zu überqueren?

Ahoi: Käpt’n Blaubärs Gummikutter - Bild: Anselm Bußhoff

Ahoi: Käpt’n Blaubärs Gummikutter – Bild: Anselm Bußhoff

Dabei wird immer wieder das bereits positive Image von Figuren aus Spielen, Comics oder dem Fernsehen genutzt: Besucher können sich ihren Weg durchs Verrückte Labyrinth suchen oder an der Ravensburger Zauberschule teilnehmen. Im Fix und Foxi Abenteuerland düsen Kinder mit den Turbobooten von Professor Knox die Bahn entlang oder erobern in Käpt’n Blaubärs Gummikutter den See. Oder sie treffen die riesige Maus in einer Art Fernsehstudio zum Fototermin.

Der Freizeitpark wurde 1998 eröffnet, sein Mitmachkonzept mit der grundlegenden Idee des gemeinsamen Spielens mehrfach ausgezeichnet. Seit der Gründung ist ein weitläufiger Park mit Seen, Grünanlagen, Spielplätzen, Ruhezonen und allerlei Erlebnisbereichen entstanden.

Inzwischen hat auch für uns das Warten ein Ende – wir nehmen auf der Bank des Freifallturms Platz, werden gesichert und schon geht es nach oben. Mit jedem Meter bekommen wir einen besseren Überblick über den Park, sehen, was wir heute schon alles ausprobiert haben. Wo wir am Morgen „uff d’r Schwäbsche Eisebahne“ durch den Park gezuckelt sind. Wie wir über die Geschichten von Käpt’n Blaubärs Abenteuerfahrt kicherten und uns im Schokohaus von Ritter Sport unsere eigene Schokolade zusammengestellt, in Formen gegossen und selbst die Verpackung gestaltet hatten.

Schokolade selber machen: das macht nicht nur den Kindern Spaß. Bild: Anselm Bußhoff

Schokolade selber machen: das macht nicht nur den Kindern Spaß. Bild: Anselm Bußhoff

Doch bevor wir noch weiter über unsere Rutschpartien und die Fahrt mit dem Galaxy Racer sinnieren können, geht es plötzlich mit uns bergab: Die Bank sackt nach unten und die 6000 Ameisen in unserem Bauch wirbeln nun durch unseren Kopf, kribbeln bis in die Haarspitzen. Die Kinder kichern vor Vergnügen, immer wieder geht es nach oben und immer wieder fallen wir, die Beine frei in der Luft baumelnd, nach unten.

Als wir mit leicht wabbeligen Knien aussteigen, rufen alle drei Kinder: „Nochmal!“ Also stehen wir wieder an. Und wieder. Und wieder.

Mittlerweile haben wir alle Schilder im Wartebereich mehrfach gelesen, auch jenes, auf dem der Zustand der Aufregung, das Herzklopfen und die nassen Hände vor der ersten Fahrt erläutert wird. Nur leider wird nirgends erklärt, wie süchtig so ein kleiner Adrenalinkick machen kann. Aber vielleicht entwirft die Maus dafür ja auch noch ein schlaues Warnschild. Für Eltern.

RAVENSBURGER SPIELELAND
Das Ravensburger Spieleland liegt in Meckenbeuren bei Ravensburg, ist 25 Hektar groß und gibt als Zielgruppe Familien mit Kindern im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren an.
Öffnungszeiten: bis 8. November (fast) täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr, Sommerferien bis 19 Uhr, weitere Öffnungszeiten sowie Ruhetage unter http://www.spieleland.de
Eintritt: Erwachsene 29 Euro, Kinder (3-14 Jahre) sowie Senioren ab 60 Jahre 27 Euro; Familien mit mindestens drei Kindern: 5 Euro Rabatt je Person.
Übernachten: Es gibt zahlreiche Partnerhotels, die Komplettangebote für Familien samt Parkeintritt anbieten. Außerdem gibt es Hotels in Ravensburg, die Kinder gratis übernachten lassen
(http://mehr.bz/rv-familien)
Kontakt und Tickets: http://www.spieleland.de

– Erschienen am 18. Mai 2015 in der Freizeit-Beilage der „Badischen Zeitung“ http://bit.ly/rovfb180515spielelandrav

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