Mobil durch Wald und Tal

Autorin: Ronja Vattes - @rovline
Immer am Schluchsee entlang: Tourguide Torben Schulz zeigt Anfängern, was beim Segway fahren zu beachten ist. Bilder: Ronja Vattes

Immer am Schluchsee entlang: Tourguide Torben Schulz zeigt Anfängern, was beim Segway fahren zu beachten ist. Bilder: Ronja Vattes

Hoffentlich sieht mich keiner. Wie ich mich selbst zum Vollhonk mache beim Segway fahren. Wie ich wacklig und mit Helm auf diesem seltsamen Besenstiel mit Rädern unten dran stehe, langsam durch die Gegend gurke, als ob ich zu faul zum Laufen wär’.

Eine gute halbe Stunde später sind diese Gedanken wie weggewischt. Viel zu sehr bin ich damit beschäftigt, mich an das verrückte Skifahrgefühl mitten in der schneefreien Ebene zu gewöhnen. Zu lenken, zu bremsen, Kurven zu fahren, zu gleiten und dieses wunderbare Huuuiiiiiii des Beschleunigens zu genießen.

Unter den Rädern knirscht der breite Waldweg, der Fahrtwind bläst uns kräftig und noch recht kalt hier im Hochschwarzwald ins Gesicht. Neben uns liegt der Schluchsee träge in seinem kalten Dornröschenschlaf. Und auch der Ort scheint darauf zu warten, von den Touristen wachgeküsst, wieder zum Leben erweckt zu werden.

Tourguide Torben Schulz düst lässig vor mir her, immer mal wieder die Hand warnend hebend, wenn ein großer Stein, ein Gullydeckel oder eine Pfütze auf unserem Weg zum Hindernis werden. Dann heißt es, sich an den Griffen des Segway-Lenkers leicht nach hinten zu kippen, um so halbwegs sanft das Bremsmanöver einzuleiten. Je nach Untergrund eine holprige Angelegenheit. Überhaupt: Während man als Wanderer, Jogger oder Mountainbiker Naturwege zu schätzen weiß, ertappe ich mich bei allem Naturgenuss dabei, mich regelrecht auf asphaltierte Wege zu freuen. Weil ich dann mit Huuuuiiii auf Maximalgeschwindigkeit beschleunigen kann.

Schwungvoll in die Kurve legen – und dann huuuiiiii ...

Schwungvoll in die Kurve legen – und dann huuuiiiii …

„Gut 20 Kilometer pro Stunde kann man erreichen – dann drosselt einen der Elektromotor automatisch runter“, hatte Schulz beim Sicherheitstraining auf dem Platz in Schluchsee erklärt. Dort hatten wir das Auf- und Absteigen geübt (ohne, dass einem das Segway abhaut), das Bremsen (ohne, dass man dabei ebenso unfreiwillig wie unelegant absteigt) sowie das Kurvenfahren (ohne, dass es uns aus selbiger trägt). Die ersten Fahrversuche waren noch etwas verkopft und zaghaft ausgefallen, doch schnell hatten Kopf und Körper bemerkt: Geht genauso wie Ski fahren. Damals. Vor gefühlt 100 Jahren, als ich das letzte Mal auf den Bretteln stand. Nur dass Segway fahren irgendwie nichts mit Sport zu tun hat.

Muss es aber auch nicht. Hauptsache es kommen noch viele dieser Huuuuiiii-Momente. Vollhonk hin oder her.

SEGWAY
Wer kann Segway fahren?
– Jeder, der fit ist
– Mindestalter 15 Jahre
– mindestens Mofa-Führerschein erforderlich
– Mindestgewicht 45 Kilo
– nicht schwanger ist

Die Firma My Easy Way bietet verschiedene Touren an wie die Panoramatour am Schluchsee, die besonders für Einsteiger geeignet ist.
Preise: Je nach Länge der Tour.
Panoramatour: 49 Euro, Dauer 1,5 Stunden, täglich um 15 Uhr ab Schluchsee (vorher anmelden!)
Termine, weitere Touren und Infos: http://www.myeasyway.de – Telefon 0171/6433509

– Erschienen am 18. Mai 2015 in der Freizeit-Beilage der „Badischen Zeitung“ http://bit.ly/rovfb180515segway

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