Wer bremst, verliert

Garmisch-Partenkirchen (1978) - Foto: Jochen Vattes

Garmisch-Partenkirchen (1978): Schussfahrt im topfebenen Garten – Foto: Jochen Vattes

Sie waren nur aus Plastik, weiß mit roten Stöcken – aber sie bedeuteten eine neue, eine verheißungsvolle Welt. Unermüdlich stocherte das kleine Mädchen auf ihren neuen Skiern in einem topfebenen Garten in Garmisch-Partenkirchen im Schnee herum. Stampfte Zickzacklinien ins Weiß, fiel um und stand auf, bis es endlich zum ersten Mal an den Berg ging. Und wie bei allen begann das übliche Bögelchen fahren, liften und Schneepflug üben. Weit entfernt von wahrem Skigenuss. Der setzte erst ein paar Jahre später in der Schweiz ein, auf der Riederalp. Obwohl noch sehr jung an Jahren, ließen die Eltern uns irgendwann alleine losziehen. Zusammen mit meinem großen Bruder verbrachte ich die Tage an den Hängen, mit Blick auf den schneeweißen Aletschgletscher im gleißenden Sonnenschein. Wettrennen, Schussfahrten, kein Helm, keine Protektoren, wer bremst, verliert. Die Eltern vertrauten uns und wir genossen unsere Freiheit. Passiert ist nie etwas. In der Erinnerung waren die 80er Jahre Winter für Winter schneeweiß und sonnenhell. Und wir wohl das, was man heute als Pistensau bezeichnet. Ronja Vattes

– Erschienen am 13. März 2015 im „Reise & Freizeit“-Magazin der „Badischen Zeitung“ http://bit.ly/rovrf130315fpgp

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