Mehr als nur Wasser

Buchtipp - WASSER Entdeckung des Blauen Planeten - Geo
Was sind wir doch verwöhnt: Drehen den Hahn auf und schon fließt sauberes Wasser raus. Stellen uns unter die Dusche und werden sauber. Sitzen des Sommers am Rhein oder liegen entspannt an der Ostsee. Und denken nur wenig darüber nach, wie das so alles geht: mit dem Wasser. Dem Meer. Dem Wasserhahn. Denn Deutschland ist wasserreich. Und dass wir Wasser sparen sollten, wissen die meisten zwar auch. Wie bedeutend Wasser aber ist, wenn man mal über den eigenen Tellerrand hinaussieht und wie zauberhaft Wasser ist, wenn man nicht nur über den Tellerrand blickt, sondern gleich richtig abhebt und sich die Welt von oben anschaut – das zeigt das neue Geo-Buch „Wasser“ aus dem Verlag Frederking und Thaler.

Warum dieses Buch nicht klein und handlich ausgefallen ist, es auch gar nicht sein darf, zeigt schon der erste Blick in den monumentalen, mehr als 300 Seiten starken Wälzer: Diese phantastischen Bilder wirken nur in Groß. Wie Gemälde zeichnen sich Flussverläufe und Küsten von oben betrachtet auf ihnen ab, grenzt sattes Grün an tiefes Blau, trifft heller Wüstensand auf versickerndes Graugrün. Das Buch zeigt nicht einfach nur das Blau der Ozeane oder das Geschlängel einzelner Flüsse, sondern auch, was aus Wasser erwächst, auch wenn man das Wasser selbst gerade gar nicht sieht: Oasen in der Wüste. Versalzende Flächen, wo Menschen das Wasser abgeleitet haben.

Ganz nebenbei zeigen so die Bilder auch, was mit dem Antlitz der Erde passiert, wenn der Mensch in den natürlichen Wasserkreislauf eingreift, Flüsse begradigt, Moore austrocknet, Staudämme baut. Seien es die wie Teppichmuster wirkenden Siedlungen, die in Miami den Everglades abgetrotzt werden. Oder die an eine Halskette erinnernden Gebilde von Durrat al-Bahrain. Das sieht so kunstvoll aus, dass die Bilder leicht über die Probleme hinwegtäuschen, die damit einhergehen. Deshalb lohnt sich nicht nur das Lesen der kurzen Bildunterschriften, sondern auch der kritischen Essays von Geo-Redakteuren und Wissenschaftlern, die auf Themen wie die Überfischung der Meere, Hochwasserkatastrophen oder die Menschheit im Lithiumrausch eingehen. Im Zusammenspiel mit den Bildern wird so deutlich, wie wichtig Wasser für uns ist. Als Nahrungsmittel. Als Klimapuffer. Als Schadstofffilter. Als Lebenselixier. Und wie schützenswert. Ein Buch, das gut in die besinnliche Weihnachtszeit passt, weil es uns auffordert zu mehr Besonnenheit im Umgang mit unserem verletzlichen Planeten Erde. Ronja Vattes

– Markus Eisl, Gerald Mansberger, Paul Schreilechner, Wasser – Entdeckung des Blauen Planeten, Verlag Frederking und Thaler, 304 Seiten, zahlreiche Farbfotos, 59 Euro

– Erschienen am 19. Dezember 2014 im „Reise & Freizeit“-Magazin der „Badischen Zeitung“ http://bit.ly/rovrf19122014wasser

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