Zustellung eingestellt?

„Sie haben Post“ – bei jeder Einwahl ins Internet macht diese Meldung darauf aufmerksam, dass irgendwer ein paar Zeilen geschrieben hat. Wer was mitteilen will, sagt’s heute per E-Mail. Im Internetzeitalter ist der Briefkasten an Haustür oder -wand fast ebenso entbehrlich, wie die meisten Dinge, die darin landen: Werbung, Rechnungen, Steuer- und Einberufungsbescheide oder der jüngste Punktestand in der Flensburger Verkehrssünderdatei. So stört’s auch nicht, dass die Post heutzutage nicht mehr kurz nach dem Frühstück zugestellt wird, sondern der Kasten oft selbst zum Mittagessen noch leer ist. Stellenabbau hin, zusammengelegte Zustellbezirke her, Geschäfts- wie Privatleute fragen sich, was treibt die (Deutsche) Post mit unserer Post?

Es war auch schon fast egal – bis dieser Tage jener „Benachrichtigungsschein“ über die Nichtzustellung eines „Schriftstücks“ im Briefkasten landete. Und dies obwohl wir nicht eine Minute aus dem Haus waren! Mag uns der Briefträger nicht mehr, sitzt ihm die Klingel zu tief, ist plötzlich die Treppe zu steil, bellte Nachbars Hund zu laut – oder hat er schlichtweg das Zustellen eingestellt? Bleiben unsere Karten und Briefe nun im Postcenter und wir müssen künftig selbst aktiv werden? Holen unsere Post dort nur noch, wenn wir gerade gut drauf sind oder in der Altpapiertonne noch etwas Platz haben? Und damit Postbote und Briefkasten noch irgendwie Sinn machen, meldet Ersterer in Letzteren nur noch – ganz modern – per Zettel: „Sie haben Post!“ Anselm Bußhoff

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