Bewegen sich Radler nicht?

Der Dauerpräsente: Garmin Vivofit

Der Dauerpräsente: Garmin Vivofit

Was hatte frau Hoffnung in unseren jüngsten Praxistest gesetzt. Mit den Fitness-Trackern von Polar (Loop), Garmin (Vivofit) und Fitbit (Flex) sollten wir in Bewegung kommen. Und die Gattin zeigt sich denn auch überzeugt, dass es vor allem die Hausarbeit sein wird, die uns in Schwung bringt. So schnippeln und brutzeln wir, räumen den Geschirrspüler ein, wieder aus und waschen ab, was nicht hineinpasst. Doch alle drei Armbänder nehmen von unserem Tun kaum Notiz. Wüssten wir’s nicht besser, hätten die Aufzeichnungen nur einen Schluss zugelassen: Lebenszeichen – Fehlanzeige!

Frustiert geht’s per Rad ins Freibad. Dort paddeln wir gut 1000 Meter durchs Becken und wollen endlich unseren verdienten Lohn ablesen. Doch wieder nichts. Weder der Fitbit Flex noch Garmins Vivovit wollen Radfahren und Schwimmen mit „Schritten“ honorieren. Nur der Loop von Polar hat ein Einsehen und akzeptiert zumindest den Aufenthalt im Wasser als Bewegung.

Erst die anschließende kalte Dusche scheint auch die beiden anderen Fitness-Tracker auf Trab zu bringen. Körperhygiene samt Trockengang bringen mehr „Schritte“ als Hausarbeit und sportliches Treiben zusammen. Da wir aber nicht den ganzen Tag unterm Wasserstrahl verbringen können, finden wir im Laufe der Zeit genügend andere Möglichkeiten die Beschleunigungssensoren in Bewegung zu halten. Im Büro besuchen wir die Kolleginnen und Kollegen persönlich, statt zum Telefonhörer zu greifen. Und zu Hause zeigt frau auf, wie sich die Tagesziele mit Staubsauger, Besen, Staubfeudel und Bügeleisen erreichen lassen. Und wenn am Abend einige Schritte fehlen, holen wir halt noch eine Tüte Milch im zu Fuß gerade noch erreichbaren Supermarkt.

Der Spartanische: Fitbit Flex

Der Spartanische: Fitbit Flex

Wenn zwischen der ganzen Lauferei mal etwas Zeit bleibt, synchronisieren wir die Bewegungsdaten mit der Smartphone-App. Die Kontrolle unserer Kalorienzufuhr unterlassen wir. Die Eingabe der über den Tag zu uns genommenen Speisen und Getränke scheint zu mühsam. Und auch an der Analyse der nächtlichen Aktivitäten haben wir schnell den Spaß verloren. Schlafen wir doch auch ohne Kontrolle mehr oder weniger gut.

Zwar liegen die drei getesteten Fitnessarmbänder preislich ähnlich bei rund 100 Euro, doch in der Handhabung unterscheiden sie sich erheblich.

So gibt der Fitbit Flex die Daten nur über den Abruf per App preis. Das Bändchen selbst ist lediglich mit fünf Leuchtdioden ausgestattet, die nach Doppeltipp vermelden, in welchem Bereich des Tagespensums wir uns gerade befinden. Durch Antippen in einem bestimmten Takt lässt sich der Flex auch in den Schlafmodus versetzen. So schläft er schon mal beim Applaudieren, Mountainbiken auf holprigen Waldwegen oder rhythmischen Traktieren eines Schlagzeuges ein.

Der Polar Loop ist nicht nur der großzügigste „Schritte“-Zähler, sondern in unseren Augen auch der schickste. Im Gegensatz zu den beiden anderen lässt sich das Band aber – einmal an den Benutzer angepasst – kaum mehr ändern und schon gar nicht farblich variieren. Dauerhaft zeigt auch der Loop nichts an, doch per Knopfdruck gewährt er einen Blick auf die tagesaktuell gespeicherten Daten. Die zum Erreichen des Tagesziels noch nötigen Aktivitäten werden in Minuten und drei unterschiedlichen Intensitäten angegeben. Zudem lässt sich die Uhrzeit abrufen. Für die Ersteinrichtung muss der Loop mit einem Computer gekoppelt werden. Erst danach gibt er seine Infos über eine recht beeindruckende App wider.

Der Schicke: Polar Loop

Der Schicke: Polar Loop

Der Garmin Vivofit bietet als Einziger eine Daueranzeige. Präsentiert werden hier die bereits absolvierten oder zum Erreichen des Tagesziels noch zu laufenden Schritte. Zudem im Angebot: zurückgelegte Kilometer, verbrauchte Kalorien und Uhrzeit. Wird das Band längere Zeit ruhig gehalten, mahnt es mittels rotem Balken Aktivität an. Sobald seinen Ansprüchen genügt wurde, verschwindet der rote Strich wieder.

FAZIT: Als Begleiter, der sich nur per App auskunftsfreudig zeigt, bietet uns der Fitbit Flex denn doch etwas wenig. Zumal das ständige Synchronisieren unsere Sache nicht ist. Am Loop von Polar gefiel neben dem Design auch die ansprechend gestaltete App. Leider hatten wir immer wieder Probleme mit der recht langwierigen Smartphone-Synchronisierung. Das lief beim Garmin besser. Der Vivofit überzeugte zudem durch die ständig direkt abzulesenden Informationen. Unschlagbar, dass er im Vergleich zum Loop (alle zwei Tage) und Flex (alle fünf Tage) nicht ständig zum Nachtanken an die Steckdose muss. Der Vivofit ist mit einer Batterie ausgerüstet, deren Lebensdauer mit einem Jahr angegeben wird. Zudem macht es Spaß, den Tracker – Lust, Laune und Anlass entsprechend – in mehr oder weniger auffallenden Farben ums Handgelenk zu schnallen. Anselm Bußhoff

– Erschienen am 12. Septermber 2014 als BZ-Praxistest auf der Seite „digitales Leben“ der „Badischen Zeitung“ http://bit.ly/amb120914pttracker

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