Die Selbermacher von Emmendingen

Herzenssache: Skulptur des Künstlers Ernst Thomann auf dem Schlossplatz. Foto: Ronja Vattes

Herzenssache: Skulptur des Künstlers Ernst Thomann auf dem Schlossplatz. Bild: Ronja Vattes

Seine Skulpturen glänzen in der Sonne, winden sich silbermetallen empor, zieren Plätze und Fassaden: Der Künstler Ernst Thomann hat in seiner Heimatstadt Emmendingen allerlei Spuren hinterlassen. Und er ist nicht der einzige. Selbermacher finden sich dort auch heute noch.

Wir starten unseren Rundgang am Bahnhof, wo an der Radunterführung eine Skulptur Thomanns den Weg zu den Gräbern zweier Persönlichkeiten der Stadt weist: Carl Friedrich Meerwein, einem Flugapparatetüftler, und Cornelia Schlosser, der Schwester Goethes.

Von hier schlendern wir zurück Richtung Innenstadt, am Finanzamt und der alten Post vorbei, in dessen früherem Gasthaus 1770 die Erzherzogin Marie-Antoinette von Habsburg einkehrte. Schräg gegenüber markiert eine Skulptur Thomanns den Beginn der Fußgängerzone, wenige Schritte weiter ziert eine dritte die Fassade eines Optikers.

Rechter Hand liegt nun der Marktplatz mit dem Alten Rathaus, in dem sich das Emmendinger Tagebucharchiv befindet, ein lohnenswerter Abstecher. Wir aber biegen links in die Lammstraße ab mit ihren kleinen Geschäften, schmucken Fachwerkhäusern und Bächle.

Im Obstladen von Jasmina Klos gibt es frisch gepresste Säfte, Salate und Bauernbrot, wenige Schritte weiter ist das Weinhaus Dreher, das nicht nur Weine aus der Region verkauft, sondern auch hauseigene Weingutweine.

Bächle und Fachwerk: das Westend - Foto: Anselm Bußhoff

Bächle und Fachwerk: das Westend – Foto: Anselm Bußhoff

Eng beieinander finden sich weitere Selbermacher: In der Goldschmiede Détail gestaltet Ute Biesold filigrane Ketten, individuelle Trauringe, Ohrstecker und Ringe. Gegenüber verkauft Modedesignerin Yvonne Groß Selbstgeschneidertes für Frauen und Kinder. Ob Tuniken, Loops, Stulpen, Jacken oder Hosen, unter dem Label „Einzigartig“ verwirklicht sie klassisch bis farbenfroh ihre Vorstellungen sowie die ihrer Kunden.

Wer nun Kaffeedurst verspürt, sollte einen Besuch des Mahlwerkks nebenan nicht missen: Christine Elmer und ihr Team bieten Kaffee- und Espressospezialitäten, die nach eigenen Rezepten in einer befreundeten Rösterei zubereitet werden.

So gestärkt schlendern wir durchs Westend am Schlosserhaus und dem Wasserkraftwerk des Selbermachers Oskar Kreuz vorbei. Durchs Emmendinger Tor geht es die Lammstraße entlang zur evangelischen Kirche, hinter der das Markgrafenschloss mit dem Heimatmuseum und dem Platz der ehemaligen Synagoge liegt. Eine weitere Skulptur Thomanns glänzt in der Sonne: „und in der Mitte ist das Herz“ – ein runder Abschluss unserer Mini-Tour.
Ronja Vattes

– Erschienen am 19. Mai 2014 in der Freizeit-Beilage der „Badischen Zeitung“ http://bit.ly/rovfb190514em

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s