Grummelnd in den Frühling

Frühlingserwachen in Emmendingen. Foto: Anselm Bußhoff

Frühlingserwachen in Emmendingen. Foto: Anselm Bußhoff

Tschilp-Tschilp-Tschilp, die Hormone flattern aufgeregt von Baum zu Baum, wollen Partner suchen, Nester bauen, Eier legen, schon ab fünf Uhr in der Früh. Nur das Mensch liegt dick und faul, weil ungejoggt, im Bett. Kaum ist’s erwacht aus seinem Winterschlaf, da plagt es schon die Frühjahrsmüdigkeit. Das Grün, es brummt, Insekten schlagen aus, die Blumen balzen, Hunde maunzen durch die Straßen, es haut das Frühjahr auf den Putz, kurzum die Welt steht Kopf – und nur das Mensch, was macht’s?, muffelt träge vor sich hin, schaut aus kleinen Augen, gähnt und niest die Pollen wieder raus, würd’ selbst im Büro lieber Sonnenbrille tragen. Zu früh, zu hell am Morgen. Ist zum Schwitzen nicht bereit, sehnt sich nach Kühle in der Nacht, nach eisigfrischen Nebelfeldern, auf denen keine Schnaken wachsen und kein Krabbeltier gedeiht, wo das einzige, was kribbelt, die Rheumawäsche ist. Ins Gegrummel taumelt sacht ein Schmetterling von drauß’ herein, lässt sich zart auf Menschleins Ellenbogen nieder – und ein frühlingshaftes Lächeln schwebet hinterher.
Ronja Vattes

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