Auf einen Grappa in Cismon

Kein schöner Ort, aber ein gastfreundlicher: Cismon del Grappa

Aufbruch nach einem von viel Herzlichkeit begleiteten Aufenthalt in einer Geisterstadt: Cismon del Grappa (Italien)

Viele Wege führen nach Rom, aber nur einer über Cismon del Grappa. Die Dunkelheit bricht gerade herein, als wir mit unseren Rennrädern das Dorf in den Vizentiner Alpen erreichen. Seit vier Tagen sind wir unterwegs und haben die Hälfte der 1200 Kilometer in die ewige Stadt geschafft. Jetzt radeln wir vorbei an teils menschenleeren Häuserblocks, vor deren Fenstern die Läden abzustürzen drohen. Der Ort am Fuße einer Felswand hat bessere Tage gesehen. Vor knapp einem Jahrhundert lebten hier rund 3500 Menschen, heute sind es gerade noch gut 1000. Einige von ihnen lehnen mit Carabinieri, Bürgermeister und Pfarrer am Tresen, als wir später im Nebenzimmer unserer Unterkunft das Abendessen einnehmen. Zu Wasser und reichlich Rotwein gibt es Minestrone, Salat und Spaghetti Bolognese. Die Wirtin ist ob unseres Appetits derart begeistert, dass sie schließlich Spaghetti- nebst Soßentopf aus der Küche schleppt und auf den Tisch stellt. Lächelnd verfolgt und kommentiert sie, wie wir alles verputzen. Als wir am nächsten Morgen in tristem Herbstwetter weiterradeln, wirkt das Dorf freundlicher. So viel Herzlichkeit gab’s an keinem anderen Ort zwischen Emmendingen und Rom.
Anselm Bußhoff

Weiter geht's: noch vier Tage bis Rom!

Weiter geht’s: noch vier Tage bis Rom!

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