Mehr als nur Etikette(n)

2013-09-28 20.23.14Verwinkelte Gässchen, eine alte Mühle, der munter plätschernde Klemmbach, Gebäude im klassizistischen Stil, alte Handwerksbetriebe, ein schmucker Marktplatz und ein Balkon, auf dem einst ein Revolutionär stand: Die Stadt Müllheim hat einiges zu bieten, was einen Ausflug lohnenswert macht. Doch vor allem ist Müllheim von der Kulturlandschaft, in der das Städtchen liegt, geprägt: dem Markgräflerland mit seinem Weinanbau.

’S MARKGRÄFLER WIIWEGLI
Jetzt, im Spätsommer, beginnt die schönste Zeit für eine Wanderung auf dem Markgräfler Wiiwegli. Die sanft geschwungenen Weinberge werden in goldenes Licht getaucht, die Trauben hängen dunkelrot und saftig-süß an den Rebstöcken und das Weinlaub beginnt sich langsam bunt zu färben. Von Weil am Rhein bis Freiburg–St. Georgen zieht sich die schöne Wanderroute auf einer Länge von 77 Kilometern durch die Weinberge. Wem das zu lang ist, der nimmt sich eine der Teilstrecken vor. Beispielsweise von Blansingen nach Müllheim oder von dort nach Staufen.
Weitere Infos: http://www.wii-wegli.de

HISTORISCHER WEINKELLER
Und natürlich führt durch Müllheim nicht nur das schöne Wiiwegli, auch in der Stadt selbst sind Zeichen des Weinanbaus zu entdecken. Am Marktplatz ist der Blankenhorn-Palais gelegen. Die Hofanlage zeigt, wie großzügig hier gelebt wurde: Im 18. und 19. Jahrhundert wohnte hier die Weingutsbesitzer-Familie Blankenhorn. Im historischen Weinkeller können Besucher einen Eindruck von der Geschichte des Weinbaus im Markgräflerland bekommen. Alte Weinkeltern, kleine und große Weinfässer, ein historischer Weinwagen sowie zahlreiche Weinbaugerätschaften zeigen, wie hart die Arbeit der Winzer früher war.
Blankenhorn-Palais, Wilhelmstraße 7, Di–So 14–18 Uhr, http://www.markgraefler-museum.de

ABSTECHER INS WEINETIKETTENMUSEUM
Ob grafisch-modern, altmodisch-verspielt oder mit einer Prise Ironie gewürzt: Im Weinetikettenmuseum in Müllheim-Zunzingen hat Thomas Wangler mehr als 1000 seiner Fundstücke ausgestellt. Er lenkt damit den Blick auf einen oft eher unbeachteten Aspekt der Weinkultur. Denn wer schaut sich schon genau das Etikett in seiner künstlerischen Gestaltung an? Meist werfen Weinkäufer einen Blick auf Sorte, Jahrgang, Namen und vielleicht noch auf Qualitätsstufe, Herkunft oder Alkoholgehalt. Das wird sich spätestens nach einem Besuch dieses ungewöhnlichen Museums ändern.
Weinetikettenmuseum, Müllheim-Zunzingen, Rosenbergstraße 10, Mo–Sa 14–18 Uhr, 07631/2915, http://www.weingut-dr-schneider.de

AUF EIN GLAS WEIN
Wer nun nach Wandern und Museumsbesuchen endgültig auf den Geschmack des Markgräflerlandes gekommen ist, für den lohnt sich ein Abstecher auf der Badische Wienstraße nach Müllheim-Zunzingen. Im Gasthaus Krone serviert Familie Rüdlin den Gästen einfache, hausgemachte badische Spezialitäten: Schäufele, Bratwürste oder Schnitzel mit selbstgemachtem Kartoffelsalat. Oder man lässt es sich bei selbstgebackenem Brot, Wurstsalat oder einem Bauernvesper gutgehen. Und genießt dazu – natürlich – einen leckeren Wein.
Gasthaus Krone, Müllheim-Zunzingen, täglich ab 15 Uhr, dienstags Ruhetag, Info unter 07631/2984, oder http://www.krone-zunzingen.de im Internet.
Ronja Vattes

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