Auf einen Sprung zur Quelle

Hier sprudelt die Oberemme ans Licht: Emmensprung.

Hier sprudelt die Oberemme ans Licht: Emmensprung.

Grundgütiger! Wie konnte ich mich nur so verschätzen. Wie konnte ich nur schon wieder auf eines dieser kleinen, unschuldig wirkenden gelben Schilder hineinfallen? 30 Minuten Gehzeit stand darauf. Was ein Wandersmann in der Zeit schafft, werde ich doch wohl joggend locker in der Zeit packen. Dachte ich. Jetzt hänge ich auf einem harmlos wirkenden Schotterweg und meine Zunge hängt auch. Joggen im Schneckentempo. Kurven den Berg hochschleichen. Kurz auf Teer, lang auf Schotter, dann ist es nur noch ein kleiner Trampelpfad, der sich steil und steinig emporwindet. Die Sonne brennt, endlich Wald, danke. Vorbei an einem munter plätschernden Wasserfall, Durst, hinauf zum Emmensprung, der Quelle jenes Flusses, der dem Tal und dem Schweizer Käse seinen Namen gibt. Der Weg: geschafft. Die Beine: brennen. Der Wasserfall: schön. Die Quelle: naja. Der Blick: grandios! Unten: Sörenberg. Links: die schroffe, wilde Schrattenfluh. Vor mir: ein weiteres gelbes Schild. Die Zeitangabe: Egal – gut gelaunt trabe ich weiter.
Ronja Vattes
Blick auf Sörenberg in der Unseco-Biosphäre Entelebuch und die Schrattenfluh. Bilder: Anselm Bußhoff

Blick auf Sörenberg in der Unseco-Biosphäre Entelebuch und die Schrattenfluh. Bilder: Anselm Bußhoff

– Erschienen am 27. September 2013 in der Rubrik „Fluchtpunkt“ des „Reise & Freizeit“-Magazins der „Badischen Zeitung“ http://mehr.bz/emmenquelle

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