Grünzeug für vierzig-achtzig

Tauschhandel: Blume gegen Steine

Tauschhandel: Blume gegen Steine

Endlich Urlaub! Zeit, gewohnte Rituale ruhen zu lassen und unstrukturiert durch den Tag zu gehen. Kein Wecker, kein „Jetzt-wird’s-Zeit-den-Großen-in die-Spielgruppe-zu-bringen“, keine Fahrt zum Arbeitsplatz und wieder zurück, keine Konferenzen und auch kein Kantinenessen. Stattdessen in den Tag hinein und wieder hinaus leben – soweit dies die Kinder mitmachen. Doch ausgerechnet jetzt krähen sie frühmorgens zu einer Zeit, zu der sich sonst nicht einmal der Wecker traut, die Eltern aus dem Bett zu werfen. Und statt Papa und Mama, die sonst zur Eile mahnen, weil die Arbeit ruft, hat’s plötzlich der Nachwuchs wichtig: „Muss ins Geschäft!“, mahnt der Zweieinhalbjährige immer wieder und drängt am Frühstückstisch zum Aufbruch.
Sein Geschäft, das ist ein kleines Holzhäuschen auf einem Spielplatz in Holland. Hier verkauft er Blumen – selbstgepflückte, mit einigen Grashalmen verzierte Gänseblümchen. Die Nachfrage scheint groß. Das Grünzeug wechselt für „eins-dreizehn“, „siebzehn-neunzehn“ und „vierzig-achtzig“ den Besitzer. Dennoch ist der Handel ausbaufähig. Nicht nur, weil statt Euro und Cent große und kleine Steinchen über die Theke gehen. Dies auch noch in die falsche Richtung. Denn den „Kaufpreis“ schiebt nicht der Kunde, sondern der „Verkäufer“ – samt Ware – über den Tisch. So viel Kundenfreundlichkeit scheint selbst manchem Holländer suspekt. Achselzuckend entgegnen sie dem jungen Geschäftsmann lächelnd: „Kannitverstan!“ Wir auch nicht!
Anselm Bußhoff

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