Im Auf und Ab des Fleckviehs

Almabtrieb in den Schweizer AlpenNur wenige Kilometer von der schweiz-französischen Grenze entfernt, auf 1000 Metern Höhe des französischen Juras scheint das Leben in einem anderen Takt zu schlagen. Gut 1000 Einwohner zählt das Dorf Jougne in der Region Franche-Comté. Eine Erholungsheim, einige Ferienwohnungen und ein Zeltplatz, etwas größer als ein Strandtuch, bieten ein überschaubares Angebot an Urlaubsunterkünften. Für einen Dreijährigen bestimmen hier nicht die Eltern, sondern  die  Kühe den Rhythmus der Ferientage. Früh morgens verfolgt der Junge deren Auftrieb am gegenüberliegenden Hang, hinter dem sich die  Felswand des Mont d’Or auftürmt. Und am Abend ist er dabei, wenn das Vieh unweit des Ferienhauses die steile Straße hinab in den Stall getrieben wird.  Der Hilfsbauer steht schon an der Weide, wenn die beiden Schwestern, die im Ort einen Biobauernhof betreiben,  dort auftauchen. In ihr „allez, allez“ mischt sich sein „ari, ari – jetzt kommen sie alle“.   Kein Urlaubstag darf vergehen, an dem er nicht bei diesem Treiben dabei ist. Es ist sein  Fluchtpunkt.  Nicht nur auf  der Heimfahrt wird er immer wieder fragen: „Wann geh’n wir wieder zu den Frauen mit den Kühen?“
Anselm Bußhoff

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