Krankenlager für Kuscheltiere

Ein einwöchiger Aufenthalt in der Kinderklinik hat einst den Ältesten völlig verändert. Mit seiner Rückkehr war aus dem Kinderzimmer ein Krankenlager geworden. Puppen wie Kuscheltiere lagen einbandagiert und schwer verpflastert im Raum. In gespielter Hektik durchquerte der damals Vierjährige diesen immer wieder. Assistiert von seinem zwei Jahre jüngeren Bruder musste er „Kanülen setzen“, „Infusionen anhängen“ oder „Spritzen geben“. Und das alles ohne nachhaltigen Erfolg. Denn kaum schien einer der Patienten gesundet, lag er auch schon wieder in Mull. Fürs normale Leben blieb kaum noch Zeit. Egal ob die Eltern ihn zum Aufbruch in den Kindergarten oder an den Tisch zum Essen riefen, aus dem Kinderzimmer schallte es nur noch: „Hab’ keine Zeit! Bin im Stress!“ Auch Aufräumen war nach dem Klinikaufenthalt für den Knirps kein Thema mehr: „Das macht Schwester Kim!“
Anselm Bußhoff

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