Mit Elan und ohne Plan

Zwei Mädels, gerade 15 Jahre alt, mit wenig Ahnung, aber viel Elan: In neun Tagen per Rad einmal rund um den Bodensee, das war unser Plan in jenem drückend-heißen Juli 1990. Von Jugendherberge zu Jugendherberge, einzige Bedingung der Eltern: „Ihr fahrt wirklich immer am See entlang, dann kann euch nichts passieren.“ Klaro, hätten wir auch fast gemacht. Nur, weil der Urlaub so spontan war, hatten wir lediglich in der ersten Jugendherberge reserviert, der Rest würde sich „schon irgendwie ergeben“, dachten wir. Dank Hochsaison bekamen wir stets nur die hinterletzten Betten in den hinterletzten Ecken und auf Schweizer Seite wurden wir wegen Überfüllung kurzerhand in einer Art Atomschutzbunker geparkt – gemeinsam mit zahlreichen Jungs. Wir holten uns an einem anderen Tag einen kräftigen Sonnenstich und versuchten auf den Spuren des Theaterstücks „Hexenjagd“ von Arthur Miller einen Abstecher (weg vom See) nach Salem zu machen – dass es sich in dem Stück nicht um das Salem am Bodensee handelte, haben wir erst später herausgefunden. Genauso, welchen Weg wir eigentlich hätten nehmen müssen, um wenigstens nach Salem am Bodensee zu kommen.
Ronja Vattes

– Erschienen am 19. April 2013 in der „Reise & Freizeit“-Beilage der „Badischen Zeitung“ http://mehr.bz/woliegtsalem

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