Zum Flüchten schön kalt

Auch an malerischen Orten kann es zum Flüchten kalt sein: Eltville

Auch an malerischen Orten kann es zum Flüchten kalt sein: Eltville

Der Ort hat alles, was es zu einem Fluchtpunkt braucht. Vor uns fließt der Rhein, einige Schiffe ziehen langsam vorbei. Hinter uns liegt die malerische Kulisse von Eltville. Eine hessische Kleinstadt, die mit engen Gassen, Stadtturm, kurfürstlicher Burg, spätgotischer Kirche sowie einem Mix aus Fachwerkhäusern und herrschaftlichen Gebäuden beeindruckt. Ein Buch in der einen Hand, ein Gläschen Rheingauer Riesling in der anderen lässt sich hier das Leben wohl genießen. Doch bei unserem Besuch im frühen Frühling ist dieser Fluchtpunkt einer in des Wortes weiteren Sinne. Ein eisiger Wind peitscht uns ins Gesicht, jagt erbarmungslos durch die Kleider. Kein Gedanke ans Verweilen. Zügig suchen wir das Weite. Selbst der Tritt in einen der zahlreichen Hundehaufen hält uns nicht auf. Fluchtpunkt Auto! „Glatteisgefahr“ meldet dessen Bordcomputer beim Aufbruch. Wenig später eine Verkehrsfunkmeldung: „Wildschweine auf der Autobahn bei Eltville-Martinsthal!“ Auf der Flucht vor Grünröcken? Oder ist’s womöglich auch der Frost, der die Schwarzkittel in diesen winterlichen Frühlingstagen aus dem Forst treibt?
Anselm Bußhoff

– Erschienen am 5. April 2013 in der Rubrik „Fluchtpunkt“ der „Reise & Freizeit“-Beilage der „Badischen Zeitung“ http://mehr.bz/coolcity

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