Und wer soll jetzt die Welt retten?

Der Chef ist dann mal weg! Er dümpelt an Bord eines Traumschiffs irgendwo über die Weltmeere. Bevor es ihn aufs Wasser zog, wurde er nicht müde, uns gebetsmühlenartig zu erklären, dass es nun mal ohne ihn gehen müsse. Erholung von der ständigen Erreichbarkeit sei angesagt. Für 14 Tage gelte es allen Ballast samt Laptop, Netbook, Tablet und Smartphone über Bord zu werfen. Wir waren irritiert. Der Meister der digitalen Kommunikation abgeschnitten von der Welt der Bits und Bytes, der Handys und E-Mails? Ein Digitaljunkie auf Entzug? Auf einem analogen Urlauberschlepper zwischen Sushi und Caipirinha, zwischen Eintauchen in den Schiffspool und Abtanzen in der Bordbar, zwischen Sonnenbad und Sonnenbrand? Er will keine Mails checken und wir müssen ohne ihn die Welt retten? Das Schiff lichtete vermutlich gerade die Anker, als er noch einmal zum Smartphone griff und in die Heimat mailte: Werde an Bord folgendermaßen erreichbar sein – Kabine 6224, (Mailadresse*), (Telefon*), (Faxnummer*)!
Anselm Bußhoff

* Aus Datenschutzgründen wird auf die Veröffentlichung verzichtet

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